Organ donation.
The gift of life.

Einen Augenblick bitte...

Die Abbildung zeigt den Aufbau der Hornhaut, die aus fünf Schichten besteht (von aussen nach innen): Epithel, Bowman-Membran, Stroma, Deszemet-Membran und Endothel.

Techniken der posterioren (hinteren) lamellären Keratoplastik

Hornhaut sechs Monate nach Transplantation mittels DSAEK. Im Spaltlampenbild ist die Grenze zwischen eigener Hornhaut und Transplantat nach wie vor sichtbar.

Hornhaut sechs Monate nach Transplantation mittels DMEK. Im Spaltlampenbild ist die Grenze zwischen eigener Hornhaut und Transplantat praktisch unsichtbar.

Schliessen Sie die Augen und behalten Sie sie eine Weile geschlossen. Nicht zuhause im Bett kurz vor dem Einschlafen, sondern beim Einkaufen, am Arbeitsplatz, beim Sport, in einer fröhlichen Tischrunde oder im öffentlichen Verkehr ... Was geschieht mit Ihnen? Wie fühlen Sie sich? Verunsichert, ängstlich, ausgeschlossen?

 

Fenster zur Welt und Spiegel der Seele

Das Auge ist unser wichtigstes Sinnesorgan. Es ermöglicht uns nicht nur die visuelle Orientierung, sondern unterstützt uns auch bei der Kommunikation mit unseren Mitmenschen. Wir interpretieren nicht nur das gehörte Wort, sondern auch non-verbale Informationen wie Mimik, Gestik und Körperhaltung, die wir über das Auge wahrnehmen. Die Augen nehmen jedoch nicht nur Informationen auf, sondern senden sie auch. Oder kennen Sie einen Dichter, der die Ohren als Spiegel der Seele beschreibt?

Ein Verlust der Sehkraft ist besonders einschneidend, wenn er plötzlich eintritt. Die Augenhornhaut oder Cornea ist die «vorderste Front» des Auges und deshalb die anfälligste Stelle für traumatische Einwirkungen. Hitze, ätzende Flüssigkeiten, Fremdkörper, bakterielle oder virale Infektionen können die Cornea verletzen und ihre wichtigste Eigenschaft beeinträchtigen: die Transparenz. Eine vernarbte Hornhaut wirkt wie ein Vorhang – je dichter er ist, desto weniger Licht kommt hindurch. Eine vollständig getrübte Cornea bedeutet Blindheit auf dem betroffenen Auge.

 

Entwicklung der Corneatransplantation

Bereits 1905 wurde in Österreich erstmals eine menschliche Augenhornhaut transplantiert. Diese Operation ist als die älteste erfolgreiche Transplantation beim Menschen in die Annalen der Medizin eingegangen. Neben dem ärztlichen Geschick lag diesem Erfolg auch die biologische Tatsache zugrunde, dass die Augenhornhaut nicht durchblutet wird. Die Gewebeverträglichkeit zwischen Spender und Empfänger spielt bei der Corneatransplantation deshalb nur eine untergeordnete Rolle und Abstossungsreaktionen sind selten. Auf Immunsuppressiva können die Patienten in der Regel verzichten.

Die Hornhauttransplantation ist weltweit die häufigste und erfolgreichste Transplantation von vitalem menschlichem Gewebe. Leider gilt in der Schweiz auch für die Corneaspende dasselbe wie für die Organspende: Die Anzahl der Spender ist deutlich kleiner als diejenige der Empfänger. Im Jahr 2015 wurden in der Schweiz gemäss Bundesamt für Gesundheit (BAG) rund 800 solche Transplantationen durchgeführt, die Tendenz ist steigend. Momentan werden rund die Hälfte der transplantierten Augenhornhäute aus dem Ausland importiert.

 

Corneatransplantation heute und morgen

Früher wurde stets die ganze Cornea transplantiert und eingenäht. Doch da die meisten Hornhauterkrankungen nur einzelne Schichten betreffen, sind die Tage der Übertragung gesamter Hornhäute gezählt. Neue Operationstechniken verwenden die sogenannte „lamelläre Keratoplastik“. Dabei werden nur noch einzelne Schichten der Hornhaut ersetzt.Sind die inneren Schichten erkrankt, werden diese durch einen winzigen Schnitt in der Cornea entfernt und die Spenderlamelle wird unter die gesunde äussere Hornhautschicht eingezogen. Danach wird das Transplantat nicht einmal mehr eingenäht. Die Fixierung erfolgt durch den Druck einer injizierten Luftblase.

Die lamellären Verfahren haben grosse Vorteile. Das Risiko einer Abstossung ist kleiner und die Sehkraft danach meist besser. Die Operation kann unter lokaler Betäubung erfolgen, was die Operationsdauer und die Erholungszeit verkürzt.

 

Die Abbildung zeigt den Aufbau der Hornhaut, die aus fünf Schichten besteht (von aussen nach innen): Epithel, Bowman-Membran, Stroma, Deszemet-Membran und Endothel. Techniken der posterioren (hinteren) lamellären Keratoplastik DLEK Deep lamellar endothelial keratoplasty Stroma, Endothel und Deszemet-Membran (DM) werden entfernt und durch eine gleiche Spenderlamelle ersetzt. DSEK/DSAEK Descemet stripping endothelial keratoplasty/ Descemet stripping automated endothelial keratoplasty Nur Endothel und DM werden entfernt und durch eine etwas dickere Spenderlamelle, d.h. mit variablem Anteil von Stroma, DM und Endothel, ersetzt. DMEK Descemet membrane endothelial keratoplasty Wie bei der DSAEK werden Endothel und DM entfernt. Die Spenderlamelle ist aber deutlich dünner und besteht aus der isolierten DM und dem Endothel. ((Fotos inkl. Legende)) Hornhaut sechs Monate nach Transplantation mittels DSAEK. Im Spaltlampenbild ist die Grenze zwischen eigener Hornhaut und Transplantat nach wie vor sichtbar. Hornhaut sechs Monate nach Transplantation mittels DMEK. Im Spaltlampenbild ist die Grenze zwischen eigener Hornhaut und Transplantat praktisch unsichtbar.