Organ donation.
The gift of life.

Fakten

Was ist eine Transplantation?

Eine Transplantation ist eine Operation, bei der ein krankes Organ durch ein gesundes eines verstorbenen Spenders ersetzt wird. 

Warum sind Organspenden nötig?

Viele Patienten warten auf eine Transplantation. Ihre Lebensqualität und -erwartung sinkt von Tag zu Tag. Jeder kann schon morgen auf der Organ-Warteliste stehen. Mit einer Spende kann man ein Leben schenken. Oder aber eines geschenkt bekommen.

Wie werde ich Spender?

Prinzipiell kann jeder sich bereit erklären, Organspender zu werden. Eine Spende ist bis ins hohe Alter möglich. Es empfiehlt sich, die Bereitschaft zur Organspende durch eine Spendekarte, welche Sie ausfüllen und bei sich tragen, zu dokumentieren. Spendekarten können in den meisten Apotheken, Drogerien, Arztpraxen und Spitälern bezogen werden oder bei: Swisstransplant, Postfach 7952, 3001 Bern, Telefon 0800 570 234, info(at)swisstransplant.orgwww.swisstransplant.org. Auf der Organspendekarte können Sie detailliert bestimmen, welche Organe Sie für eine Transplantation zur Verfügung stellen wollen. Es ist wichtig, dass Sie Familienmitglieder über Ihren Willen/Entscheid zur Organspende informieren. Die Organspende ist ein wichtiges Thema, welches im Familien- und Freundeskreis diskutiert werden sollte.

Wie ist die Organspende in der Schweiz geregelt?

Seit dem 1. Juli 2007 ist das neue Transplantationsgesetz in Kraft. Es schafft erstmals einen einheitlichen rechtlichen Rahmen für die Transplantationsmedizin in der Schweiz. Der vollständige Gesetzestext kann auf www.transplantinfo.ch abgerufen oder bei der Bundeskanzlei (Bundespublikationen) bezogen werden.

Voraussetzung zur Organentnahme

Nach der in der Schweiz geltenden erweiterten Zustimmungslösung ist die Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen im Todesfall nur erlaubt, wenn dazu eine Einwilligung vorliegt. Ist der Wille der verstorbenen Person nicht bekannt, können die nächsten Angehörigen eine Entscheidung treffen, die dem mutmasslichen Willen der verstorbenen Person entsprechen soll. Sind keine Angehörigen vorhanden oder erreichbar, ist eine Entnahme von Organen, Geweben oder Zellen nicht gestattet.

Gemäss Gesetz geht der Wille der verstorbenen Person dem Willen der Angehörigen vor. Dies bedeutet, dass die Angehörigen bei Vorliegen einer Spendekarte nicht um ihre Zustimmung gebeten werden; sie werden aber über eine allfällige Spende informiert.

Existiert ein Register der spendewilligen Bevölkerung?

In der Schweiz gibt es kein zentrales Spenderegister für Organe und Gewebe. Das Ausfüllen der Spendekarte kann in keinem offiziellen Register vermerkt werden.

Welche Organe, Gewebe oder Zellen werden in der Schweiz transplantiert?

Heute wird in der Schweiz am häufigsten die Niere transplantiert, gefolgt von Leber, Herz, Lunge, Bauchspeicheldrüse und Dünndarm. Bei den Geweben dominiert die Transplantation von Augenhornhaut. Die häufigste Zell-Transplantation ist die Übertragung von Blut-Stammzellen im Rahmen einer Lebendspende.

Ist eine Transplantation teuer?

Ja, sie kostet mehrere zehntausend Franken. Dafür erhalten die Patienten mehr Lebensqualität und sind oft schon nach kurzer Zeit wieder berufstätig. Im ersten Jahr kommt etwa eine Nierentransplantation noch ebenso teuer zu stehen wie die Dialyse (Blutwäsche). Doch schon im zweiten Jahr nach der Transplantation betragen die Krankheitskosten nur noch einen Drittel. Ein positives Kosten- Nutzen- Verhältnis gilt auch für andere Transplantationen.

Die effektiven Kosten werden vom Bund, Wohnkanton und aus dem Spitalfond bezahlt. Lediglich die Krankenkassenprämien, die Franchise und der Selbstbehalt müssen vom Patienten selber übernommen werden.  Zusätzlich anfallende Gesundheitskosten (z.B. der Anfahrtsweg), welche die Krankenkasse nicht übernimmt, können bei der Steuererklärung unter Gesundheitskosten abgezogen werden (Siehe Wegleitung zur Steuererklärung).

Bis zu welchem Alter ist eine Organspende möglich?

Es gibt keine feste Altersgrenze. Das biologische Alter ist wichtiger als die Anzahl Lebensjahre. Abgesehen von schweren Infektionsleiden, Krebs und Aids schliessen selbst Krankheiten die Organspende nicht generell aus. Vor der Entnahme werden in jedem Fall umfassende Untersuchungen durchgeführt.

Welches sind die Voraussetzungen für eine Organentnahme?

Ein Mensch gilt als tot, wenn die Funktionen seines Hirns einschliesslich des Hirnstamms endgültig ausgefallen sind. Dieses Todeskriterium ist im Transplantationsgesetz verankert.

Der Tod einer Person muss vor einer Organentnahme von zwei unabhängigen Ärztinnen oder Ärzten in einem Zeitabstand von mindestens sechs Stunden (in speziellen Fällen von 24 oder 48 Stunden) diagnostiziert werden.

Dazu führen sie eine Reihe von Tests durch, die den Tod zweifelsfrei nachweisen. Die Organfunktionen müssen bis zur Entnahme künstlich aufrechterhalten werden.

Gibt es in der Schweiz Organhandel?

Nein, das Transplantationsgesetz verbietet den Handel mit Organen, Geweben oder Zellen und schreibt vor, dass eine Spende unentgeltlich sein muss.

Die Spende ist in jedem Fall eine freiwillige Gabe, die für die Spenderin bzw. den Spender oder für die Hinterbliebenen mit keinerlei finanziellen Abgeltungen verbunden ist.

Die Hinterbliebenen erhalten auch keine Angaben darüber, wem zum Beispiel ein Organ zugeteilt worden ist. Eine Warteliste regelt nach medizinischen Kriterien die Reihenfolge der Organ-Empfänger.

Kann man schon zu Lebzeiten Organe spenden?

Die Lebendspende ist wegen des grossen Organmangels sehr wichtig. Am häufigsten werden Nieren von einem Lebenden übertragen.